Taizé-Gebet Vlotho

Aspekte der Wanderung

Persönliche Gedanken zu Vlotho

(UKK) So ein Weg durch eine Stadt ergibt sich nicht überall von allein. Vielleicht trägt die besondere Struktur dieses Ortes dazu bei, auf solch eine Idee zu kommen? Vlotho ist eine Kleinstadt, die stark geprägt ist durch die Zusammenlegung einzelner Ortsteile. Wer durch Vlotho fährt, nimmt dies sicherlich nicht wahr. Wer aber hier lebt, betont doch gern mal, dass er nicht nur einfach "in Vlotho" lebt, sondern in Valdorf, auf dem Bonneberg, in Uffeln. Und auch Exter ist extra. Da fällt das "Vlotho" ganz gern mal weg.

Entsprechend sind wir versorgt: eigene Grundschule, eigenen Löschzug, eigene Sportvereine - und natürlich eigene Kirchen und eigene Chöre. Jede Menge.

Ich bin selbst in einer Kleinstadt aufgewachsen: eine katholische Kirchengemeinde, eine evangelische, zwei freikirchliche. Eine evangelische Kantorei. Ein katholischer Kirchenchor. Ein einziger Sportverein und eine Grundschule für alle. Und natürlich nur eine Löschgruppe.

Aber die eingemeindeten Dörfer sind außen vor: da hat jedes Dorf alles noch einmal gesondert. Allerdings sind die Entfernungen so groß, dass kein Mensch auf die Idee käme, diese Wege zu Fuß zurück zu legen. Und eigentlich gehören die Dörfer ja auch nicht so ganz richtig dazu.

Wir in Vlotho. Das ist eine Stadt, in der die Menschen zusammen gehören. Ein Rathaus. Ein Bürgermeister. Ein Aldi. Und doch sind wir gern mal sehr getrennt und eigen. Und besonders.

Da werden die Wege von einer Kirche in die andere schon mal sehr weit, und der Weg in die andere Konfession wird auch nicht kürzer. 

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